In Netzwerken wird oft über Sichtbarkeit gesprochen. „80% des Erfolgs ruht darauf, DA zu sein“, wird dem Kultregisseur Woody Allen zugeschrieben. Sichtbar ist, wer anwesend ist, wer viel redet, wer Präsenz zeigt. Sichtbarkeit bekommen wir aber auch bei einem einzelnen Event. Selbst wenn der keinerlei Ergebnis mit sich bringt. Denn Sichtbarkeit ist nur die Eintrittskarte. Wer professionell im Business Network voran kommen will, entdeckt früher oder später die wirkliche Frage: Wie erlange ich in meinem Netzwerk die nötige Relevanz?
Relevanz beginnt, wenn andere anfangen sich auf mich zu verlassen. Wenn vielen klar ist: Das ist die Person für dieses Thema. Den spreche ich an. Wenn Netzwerken keine Einbahnstraße ist, sondern andere anfangen, gezielt Kontakt zu mir zu suchen. Genau für die persönliche Relevanz in professionellen Beziehungen bietet BNI den entscheidenden Hebel.
Relevanz entsteht durch Verantwortung
In einem strukturierten Netzwerk ist Relevanz weder Zufallsprodukt noch Resultat raumgreifender Lautstärke. Wer am meisten redet, wer am lautesten ist, ist deswegen noch lange nicht relevant. Relevanz wächst aus Verantwortung, aus definierten Aufgaben. Aus gelebter Kompetenz und deswegen geschenkten Vertrauen. Relevanz kann jeder von uns planen, indem wir überlegen „welche Rolle passt zu mir, meinem professionellen Auftritt und meinen Prioritäten?“ Jedes BNI-Chapter sieht eine Reihe von Rollen vor – von der Betreuung von Gästen über die Qualität der Zusammenarbeit bis hin zur Organisation von Events und Qualifikation der Mitglieder selbst.
Wer eine Rolle übernimmt, wird für ein Jahr zu einem zentralen Ansprechpartner für genau dieses Thema. Nicht, weil man lauter ist, sondern weil man verantwortlich zeichnet. Damit verschiebt sich die Wahrnehmung: wir werden vom Teilnehmer eines Meetings zum Teilhaber eines Netzwerks.
Kompetenz wächst durch Tun
Rollen im Netzwerk sind keine hohlen Titel – sie sind Gelegenheiten für persönliches Wachstum. Wer Verantwortung übernimmt, erweitert seine professionellen Kompetenzen:
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Kommunikation, Training und Moderation, wenn man vor Gruppen aktiv Themen voranbringt.
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Organisation, Projektmanagement und Priorisierung, wenn man Veranstaltungen plant und persönlich begleitet.
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Feedback geben und nehmen, wenn man sich dem Kontakt mit Gästen und neuen Mitgliedern widmet.
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Führung ohne Hierarchie auf Basis von Freiwilligkeit, wählt man eine Rolle mit Führungsverantwortung.
Irrelevant ist dabei, wie lange man schon Mitglied im Netzwerk ist. BNI pflegt besonders die Förderung junger Menschen und neuer Unternehmer:Innen. Daher können auch Mitglieder, die erst wenige Monate Teil des Teams sind, in verantwortungsvollen Rollen wachsen und lernen. Entscheidend ist nicht die Dauer der Mitgliedschaft, sondern die Bereitschaft, sich einzubringen. Es geht um das Engagement um das gelebte Motto „Wer gibt, gewinnt“.
Coaching statt Überforderung
Ein wichtiger Punkt: Niemand wird ins kalte Wasser geworfen. BNI begleitet Unternehmerinnen und Unternehmer gezielt auf die Inhalte und Anforderungen der jeweiligen Rolle. Das erfolgt parallel durch Workshops, Online-Trainings sowie einer Bibliothek an Videokursen und Unterlagen für jede Rolle. Jedes Mitglied entscheidet selbst, in welcher Intensität eine Rolle gelebt wird: erlauben andere Aufgaben aktuell nur ein Basisengagement oder will man über die Grenzen hinauswachsen?
Das nimmt Druck heraus – und schafft Sicherheit. So wird Engagement nicht zur Belastung, sondern zur bewussten Entscheidung: wie viel kann ich, wie viel will ich, wie viel traue ich mir aktuell zu?
Mehr Kontakt, mehr Vertrautheit, mehr Vertrauen
Rollen schaffen Kontaktgelegenheiten. Nach innen, weil man regelmäßig mit dem Team arbeitet. Nach außen, weil man als Verantwortungsträger häufiger angesprochen wird – von Gästen, von anderen Chaptern, von Rollen-Kollegen in anderen Chaptern. Diese zusätzlichen Kontaktgelegenheiten erhöhen die Vertrautheit im Team und darüber hinaus. Man tauscht sich häufiger und intensiver aus, man redet mehr miteinander und es entsteht nach und nach eine gemeinsam geteilte Vertrauensbasis. Wenn ich sehe und erkenne, wie jemand arbeitet und agiert, empfehle ich ihn mit Überzeugung weiter. Wer relevant ist, wird aktiv wahrgenommen.
Engagement wirkt doppelt
BNI-Mitglieder profitieren nicht nur von ihrem eigenen Einsatz, sondern vom Gesamtengagement des Teams. Wenn viele Verantwortung übernehmen, steigt die Qualität der Zusammenarbeit. Der Nutzen für alle nimmt zu. Ein starkes, geteiltes Engagement stärkt den gesamten Chapteralltag auch lange noch, nachdem das eigentliche Meeting beendet wurde.
Relevanz im Netzwerk ist kein Status. Sie ist eine Entscheidung.
Eine Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen, sichtbar und verlässlich zu sein – und damit den echten Wert der Mitgliedschaft zu entfalten.