Netzwerken ist kein Verkaufsgespräch

Netzwerken ist kein Verkaufsgespräch

07.06.2018 Walter Stuber

Ich bin Netzwerker aus Profession: Ich möchte Menschen kennenlernen, ihre Hintergründe und Unternehmen, vielleicht sogar Geschäfte mit ihnen machen, aber nicht mit der Tür ins Haus fallen und in Verkaufsgesprächen meine Dienstleistungen verkaufen.

Andere Unternehmer sollen davon profitieren, ich will zeigen, wie viel Freude das Netzwerken macht.

Vorurteile beim Netzwerken

Doch ich musste bereits feststellen: Viele Leute haben Bedenken. Denn wenn ich sie einlade, bekomme ich oft als Antwort, dass sie nichts bräuchten und dass man ihnen in der Gesprächsrunde doch nur etwas verkaufen wolle. Man sei mit dem eigenen Versicherungsvertreter zufrieden, der die Familie schon seit 30 Jahren betreue, sagen meine potenziellen Besucher dann.

Trotz dieser Vorurteile kann ich so manchen überzeugen. Und was passiert? Die Person kommt mit zum Unternehmerfrühstück und wird dort gleich als erstes von einem Verkäufer nach der Versicherung gefragt. Sie bekommt dann auch noch gesagt, dass sie bei ihrer Gesellschaft XY schlecht versichert sei und doch so viel Geld sparen könne, wenn sie wechsle. Das passiert durchaus auch in dem einen oder anderen persönlichen Gespräch, das eigentlich dazu dienen sollte, sich besser kennenzulernen. Doch eben jener Vertreter gibt seinem Gegenüber gar nicht die Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen. Es scheint so, als hätte er vom BNI-Leitspruch „Wer gibt, gewinnt“ noch nie etwas gehört.

Genauso abschreckend: ein Coach, der seine Berufskollegen schlechtmacht, um einen Auftrag zu erhalten. Wenn man dann nach seinem USP fragt, kann er keine Antwort darauf geben. Mal ganz ehrlich: Weshalb sollte ich mich von einem Berater betreuen lassen, der sich nicht einmal selbst verkaufen kann?

3 Tipps für Netzwerk-Anfänger

Meine Tipps an alle Besucher, die zu einer Netzwerkveranstaltung kommen:

  1. Nehmen Sie Einladungen zum Netzwerken an! Nutzen Sie jede Chance, um „sichtbar zu werden“ und Vertrauen aufzubauen.

  2. Nutzen Sie nicht die Ausrede, Termine oder keine Zeit zu haben. Springen Sie über Ihren Schatten und öffnen sie sich.

  3. Und wenn Ihnen dann jemand etwas verkaufen möchte, sagen Sie klar und bestimmt, dass das Gespräch hiermit beendet ist, wenn es kein anderes Thema zu besprechen gibt. Denn Netzwerken bedeutet eben nicht, nur zu verkaufen. Nein, es ist viel mehr als das!

Über den Autor

Walter Stuber

Walter Stuber ist seit 37 Jahren in der Gerüstbau-Branche tätig und heute Unternehmer als Mitgesellschafter und Geschäftsführer der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH in Roßwein mit Niederlassungen in Braunschweig und Frankfurt/Main. Er schreibt zurzeit an 7 Blogs z. B. www.walter-stuber.de, seiner persönlichen FB-Seite, und an 5 weiteren Fan-Seiten von Facebook.