Größer ist besser! So soll mein Netzwerk aussehen

Größer ist besser! So soll mein Netzwerk aussehen

Wir sind in der zweiten Säule der 7-Säulen Strategie angekommen. In Säule eins ging es um die Auswahl des richtigen Netzwerks. Jetzt widmen wir uns dem Ausbau und der Erweiterung. In den nächsten Folgen der Blogserie geht es um die kluge Denkweise und die Casanova-Strategie.

Im ersten Teil klären wir: es kommt auf die Größe an!

Klein und tief oder groß und flach − wie soll mein Netzwerk aussehen?

Wann immer ich mit Menschen rede, höre ich, dass sie über ein Netzwerk verfügen. Ob das nun ein echtes, ertragreiches Netzwerk oder doch nur ein guter Freundeskreis ist, lassen wir dahingestellt. Das wurde schon im Artikel Netzwerk oder Zeitverschwendung besprochen. Klar, Netzwerken gehört heute zum guten Ton. Wer heute sagt, er hätte kein Netzwerk, der kann sich auch gleich als Sozialversager bezeichnen.

Doch oft höre ich dann: lieber habe ich ein kleines, gutes als ein großes oberflächliches Netzwerk. Ein häufig anzutreffender Denkfehler. Denn tatsächlich brauche ich weder das eine, noch das andere. Ich brauche ein großes, gutes Netzwerk. Es ist doch klar: wenn ich sage, 5 Netzwerkkontakte helfen mir weiter, dann müssen mir 15 noch mehr bringen können.

Ein Netzwerker, der behauptet, er bevorzugt ein kleines Netzwerk, hat das Prinzip noch nicht verstanden.

Denn die Grundannahme: klein=persönlich und groß=oberflächlich ist natürlich Unsinn. Warum sollen große Netzwerke weniger persönlich sein als große? Ob ich in der Lage bin, in einem großen Netzwerk intensive, persönliche Kontakte zu pflegen, hängt von mir und meinen Fähigkeiten ab. Fähigkeiten kann man lernen. Habe ich eine Strategie, wie ich mehr als die magischen 7-12 Kontakte pflegen kann? Bin ich in der Lage, ein persönliches Gespräch auch mit wenig Zeitaufwand durchzuführen? Das sind die Herausforderungen eines großen Netzwerks − doch dafür habe ich auch ein Vielfaches an Chancen.

Der Denkfehler des Zeitaufwandes

Netzwerken ist Zeitaufwand. Angenommen, ich pflege mein eigenes, kleines Netzwerk mit 8 Kontakten. Damit ich die gut kenne, damit ich weiß, was jeder einzelne macht und damit ich auch über Neuigkeiten Bescheid weiß, brauche ich mindestens ein Meeting im Monat. Bei 8 Kontakten investiere ich rasch 2 Arbeitstage nur in Updates. Ob aus den 8 Terminen dann auch eine Geschäftsgelegenheit entsteht, ist unklar.

Angenommen ich bin Teil eines großen professionellen Netzwerks, welches sich mit 26 Partnern wöchentlich trifft. Klar: ich kann nicht mit jedem der anderen 25 reden. Doch die 25 können mir kurz sagen, was es bei ihnen neues gibt. Und ich kann 25 Menschen sagen, was bei mir gerade besonders bedeutend ist. Danach kann ich entscheiden, mit wem ich ein vertieftes Gespräch führe. Ist klar, dass, wenn ich aus 25 Kontakten auch nur 4 erfolgsversprechende Termine für ein tieferes Gespräch wähle, die Erfolgsquote weit höher sein muss, als im Fall von den 8 unselektierten im kleinen Netzwerk? Zeit ist eine der knappsten Ressourcen und professionelle Netzwerke erlauben mir, sie sinnvoll einzusetzen.

Doch die Zeitersparnis kann noch größer sein

Denken wir noch einen Schritt weiter: Angenommen in meinem Netzwerk sind mein Steuerberater, mein Anwalt, mein Grafiker aber auch viele Handwerker vereint. Menschen, deren Arbeitsweise ich einschätzen kann, denen ich vertraue. Dann kann ich bei einem Jour-fixe einen Großteil meiner Alltagsaufgaben zeitsparend erledigen: von der juristischen Frage bezüglich einer Mahnung über die Unterschrift unter Steuerunterlagen, bis hin zur Terminvereinbarung für die Heizungswartung oder das Service für das Auto, ich spare Woche für Woche so mehrere Stunden Arbeit.

Nicht nur groß, bunt muss es sein.

Letztens war ich bei einem Netzwerktreffen bei dem der Aufbau eines neuen Teams besprochen wurde. Anwesend waren ausschließlich Vertreter des Bau- und Baunebengewerbes. Als die Frage kam, wer beim nächsten Mal eingeladen werden sollte, wurden viele Namen genannt. Alle ebenso aus dem Bau und Baunebengewerbe. Was völlig fehlte, waren Dienstleister, Berater und Co. Als ich das erwähnte, kam sofort die Frage: was sollen die uns bringen?

Was bringt es, einen branchenfremden Exoten ins Team zu holen? Kann der Persönlichkeitstrainer einem Fliesenleger weiterhelfen? Natürlich. Denn lang bevor ein Kunde mit einem Handwerker redet, redet er mit einem Vertrauten aus einer ganz anderen Branche. Doch dazu in einem späteren Blogartikel mehr.

Professionelles Netzwerken verschafft hunderte Top-Kontakte

Wenn Netzwerken das Vermitteln von Kontakten und Fürsprechern zum Ziel hat, dann ist doch klar: ein großes Netzwerk eröffnet mir mehr Chancen. Unternehmerisch handelnde Menschen haben zwar auch nur einen persönlichen aktiven Kontaktkreis von 7-12 Personen, dafür aber einen professionellen Kontaktkreis von 100 bis 500 Personen. Das heißt, dass jeder weitere, den ich in meinem Netzwerk von mir begeistern kann, mir hunderte Chancen für mich und mein Unternehmen bringt. Und das begründet wiederum: Größer ist besser. Denn ein größeres Netzwerk spart Zeit und bietet mehr Chancen.

Über den Autor

Stefan Gössler

Der gelernte Handwerker und studierte Betriebswirt ist begeisterter Netzwerker. Als Autor betreibt er den Podcast „Das Abenteuer Rhetorik“, der mit über eine Mio. Downloads zu den meistgehörten Rhetorikpodcasts im Netz zählt. Seine Hörbücher zählen zu den Must-haves im Vertrieb, als Vollblutunternehmer betreibt Stefan mehrere Firmen, eine davon ist BNI Steiermark, bei der er über mehrere Jahre regelmäßig Auszeichnungen für starkes Wachstum erhielt.