"Ellenbogenmenschen" haben beim Netzwerken nichts zu suchen

"Ellenbogenmenschen" haben beim Netzwerken nichts zu suchen

Jeder kennt mindestens einen

Ja, ich kenne sie auch, die „Ellenbogenmenschen“. Fast auf jedem Unternehmertreffen oder in meinem Netzwerk begegnet mir einer dieser Gattung.

Doch was zeichnet diese Menschen aus? Sie ahnen es wohl schon. Man beginnt ein lockeres Gespräch, will die Netzwerkmöglichkeiten des Abends nutzen und unterhält sich gut mit seinem Gesprächspartner. Dem Gegenüber scheint es genauso zu gehen, doch irgendwie merken sie schon eine gewisse Anspannung bei ihm. Wenn das Thema zum Business kommt, sieht er seine Chance gekommen, jetzt und hier seinen Umsatz zu erhöhen.

Vorbei ist es mit dem Smalltalk, was ja nicht schlimm ist, da wollen wir ja auch hin. Aber nicht auf diesem Weg. Ihr neuer Kontakt erzählt Ihnen in aller Breite, was er alles anzubieten hat. Sie horchen auf, denn es kommt Ihnen bekannt vor. Sie bieten im Endeffekt ziemlich das gleiche Portfolio an. Doch was passiert jetzt?

Der Unterschied zwischen einem guten Netzwerker und einem „Ellenbogenmenschen“

Sie geben zu erkennen, dass Sie aus der gleichen Branche sind und möchten Ihren Ansatz von Empfehlungsmarketing und Zusammenarbeit in das Gespräch einbringen. Doch Ihr Geschäftskontakt wittert Krieg. Nun erzählt er Ihnen wieso er wesentlich besser ist als Sie und was ihn alles so auszeichnet. Ja ich gebe zu, manchmal lässt man sich dazu hinreißen, dieses Spiel mitzumachen. Aber bringen tut es beiden Seiten nichts – absolut nichts.

Mir ist es schon passiert, dass ich in XING-Gruppen nicht zugelassen wurde, weil ein Mitbewerber der Region wohl Angst hatte, dass ich ihn daran hindern könnte, neue Geschäftskontakte zu finden und seinen Umsatz steigern zu können. Ich denke jedem geht es so, dass er lieber mit seinem Angebot allein im Umkreis von mindestens 100 Kilometer wäre, aber diesen USP haben leider nur die Allerwenigsten.

Konkurrenz belebt das Geschäft…

…und ich sage auch den Geist des Unternehmers. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre mit meinem Angebot ganz allein hier in der Region präsent, müsste ich mir keine Mühe mehr geben, mich als Unternehmen weiterzuentwickeln. Ich behaupte auch, irgendwann leidet die Qualität der Dienstleistung unter der Routine. Naja, manche Unternehmer übersehen das trotz Mitbewerb, aber die lassen wir hier mal außen vor.

Auch in meinem Unternehmernetzwerk kenne ich solche „Ellenbogenmenschen“. Das sind dann die, die einem Besucher gleich zu verstehen geben, dass er hier unwillkommen ist, weil seine Branche schon belegt ist.

Doch solche Unternehmer sollten nochmal die Netzwerker-Schulbank drücken!

Neue Geschäftskontakte bringen mir immer die Möglichkeit mich weiterzuentwickeln. Ich versuche immer Synergien für beide Seiten zu finden. Und auch in meiner eigenen Branche gibt es vielfältig Synergien, sodass beide Unternehmer Umsatzmöglichkeiten für sich finden können.
Wenn Sie sich die Mühe machen, zu schauen, wo beide Parteien Schwerpunkte haben und Sie dann noch eine Lösung finden, wie Sie gemeinsam eine Basis der Zusammenarbeit Ihrer Unternehmen aufbauen können, dann haben beide gewonnen.

Sprechen Sie Ihren nächsten „Ellenbogenmenschen“ mal darauf an und eröffnen Sie ihm dadurch neue Möglichkeiten!

Über den Autor

Corinna Göring

Corinna Göring ist seit 1997 Geschäftsführerin des IT Systemhaus COMPUTENT im Unterallgäu. Im Januar 2016 hat sie zusätzlich eine Firma für Beratung, Seminare und Vorträge zum Bereich Informationssicherheit gegründet. Als Autorin betreibt sie erfolgreich den Blog „IT-Sicherheitsnews für Anwender“, der auf aktuelle Virenmails und Sicherheitsgefahren hinweist. Sie ist akkreditierte Sicherheits-Beraterin des Bayrischen IT-Sicherheitscluster und seit jeher begeisterte Netzwerkerin. Ihre Devise: Networking ist gerade für kleine und mittlere Betriebe unerlässlich für eine erfolgreiche Zukunft!