Die Kulturtechnik des Netzwerkens

Die Kulturtechnik des Netzwerkens

02.12.2016 René Klampfer

Was ist eine Kulturtechnik?

Es handelt sich dabei, ganz allgemein gesagt, um den gesamten Prozess der Zivilisation. Dazu gehören beispielsweise das Jagen, das Feuermachen, später dann das Lesen, Schreiben und Rechnen und so weiter.

Was hat das mit Netzwerken und meinen Kontakten zu tun?

Das Netzwerken ist eine Kulturtechnik, da man sie erlernen kann, das heißt, dass sie Gegenstand von Unterricht, Training oder Beratung sein kann. Obwohl das Netzwerken zunehmend Voraussetzung für gesellschaftliche Beteiligung geworden ist, wird es in einem Spannungsfeld zwischen Nutzen und Werten diskutiert. Ist mein Gegenüber ein Träger von mir nützlich erscheinenden Merkmalen gemäß der Rationalität des Marktes oder geht es mir um den ganzheitlichen Mensch per se?

Um die richtigen Funktionen des Netzwerks auskosten zu können und richtig mit meinen Netzwerkpartnern umgehen zu können, muss ich meine Werte diesbezüglich kennen. Das Leitbild und die dazu passende Strategie müssen mir bekannt und bewusst sein.

Virtuell oder haptisch?

Außerdem stellt sich die Frage, ob man es beim Netzwerken als Kulturtechnik auf virtuelle oder personale Netze abzielt, da besonders auch die Rolle der Persönlichkeit eine ganz wichtige ist. So kann man virtuell zwar mit mehreren Personen gleichzeitig kommunizieren und sich austauschen, jedoch fehlt hierbei der Aspekt der persönlichen Anwesenheit und der Körpersprache. Auch das fällt auf eine Weise in die Kulturtechniken, da die Gesellschaft die Beherrschung solcher Fertigkeiten von den Bürgern als Teilnahmevoraussetzung erwartet.

Welche Rolle spielen meine Kompetenzen?

Diese erlernbaren Techniken führen zur Kompetenz, die eine Mischung aus Wissen, Fähigkeiten, Motiven und Dispositionen darstellt, die ein Individuum handlungsfähig macht. Eine Kompetenz ist aber auch abhängig von der jeweiligen Situation. Im Falle des Netzwerkens wird hier ein hohes Maß an Flexibilität erforderlich, da sich Situationen in dieser Form immer ändern können. Deswegen äußert sich Kompetenz in der Bewältigung von Handlungssituationen.

Aus diesen Gründen ist Netzwerken eine Kulturtechnik, die sich immer und überall als solche anwenden lässt. Dazu muss man nur die Struktur und die Funktionen – dazugehörend auch die Effekte – des Netzwerkens erkennen, um sie zu erlernen und im Folgenden auch anzuwenden.

Über den Autor

René Klampfer

René Klampfer ist seit 2011 selbstständiger Bilanzbuchhalter für EPU/KMU-Unternehmen und ist Experte in den Bereichen Buchhaltung, Personalverrechnung, Bilanzerstellung, Kostenrechnung, Controlling, Finanz- und Liquiditätsmanagement. René ist leidenschaftlicher Netzwerker und spielt gerne Fußball in seiner Freizeit.