5 Fragen für Newcomer in Netzwerkteams

5 Fragen für Newcomer in Netzwerkteams

Mit diesen 5 Fragen starten Newcomer in Netzwerkteams sofort durch

Die zweite Säule der Sieben-Säulen-Strategie dreht sich um das Erweitern des eigenen Netzwerks. Denn je größer mein Netzwerk, je unterschiedlicher die Teilnehmer, desto mehr Chancen kann ich für mich nutzen.

Als BNI-Exekutivdirektor habe ich hunderte Menschen dabei beobachtet, wie sie sich in Teams einbringen, wie sie ihren Platz im Team einnehmen und Teams zum eigenen Vorteil nutzen. Oder auch nicht: Wie sie daran scheitern. Ich habe Spitzenunternehmer kennengelernt, die am eigenen Ego scheiterten, wie auch Jungunternehmer, die ganz am Anfang stehen und sich nach kurzer Zeit die Bewunderung der „Altspatzen”, der erfahrenen UnternehmerInnen, erarbeitet haben.

Dabei sein ist nicht alles. Nicht einmal der Anfang.

Gleich einmal die schlechte Nachricht: Dabei sein heißt noch nichts. Gar nichts. Nur weil man einen Mitgliedsantrag unterschrieben hat, je nach Netzwerk auch das eine oder andere Initiationsritual über sich ergehen hat lassen, hat man vielleicht das Recht zur Anwesenheit erworben, aber noch lange nicht den Anspruch auf Erfolg. Egal, welches Netzwerk: Um es zu nutzen, muss man zeigen, dass man auch etwas beitragen kann. Mit Pech kann das Jahre dauern. Oder man hat eine Strategie.

Die 5-Fragen-Einstiegsstrategie in ein bestehendes Netzwerk

Gute Netzwerke und gute Unternehmerteams haben einen Plan, wie sie neue Partner ins Team einführen. Manche nennen es die „Paten”, bei anderen sind es „Mentoren” und manchmal ist es schlicht der „Coach”. Ich halte es aber für keine gute Idee, sich für seinen Erfolg auf andere zu verlassen. Selbst hinter dem Steuer zu sitzen, macht doch mehr Spaß. Der einfachste Weg ist das Startinterview.

Dieses Interview führt man mit dem „Leiter” des Treffens, dem Präsidenten, Direktor, Moderator − oder mit jener Person, die dieser Mensch uns empfiehlt. Es sind 5 Fragen, die mir von Anfang an viel Orientierung geben:

   1. Wer sind die 3-5 Hauptakteure des Teams?
   Damit findest du heraus, wer die nächsten Gesprächspartner sind.

   2. Was sind die nächsten Themen auf der Agenda?
   So weißt du, welche Aktivitäten anstehen, bei denen du dich engagieren kannst.

   3. Was waren die letzten Erfolge / Projekte des Teams?
   So hast du die Orientierung über die Leistung der Runde.

   4. Wer vertritt meinen bzw. verwandte Berufe in der Runde?
   Das sind dann die nächsten Gesprächspartner, denn gerade verwandte Berufe betreuen
   oft Menschen, Projekte oder auch Kunden, die für mich interessant sind.

   5. Worauf sollte ich achten, wenn ich mich einbringe?
   Eine Chance, typische Stolpersteine und Fettnäpfchen zu meiden.

Es macht natürlich einen großen Unterschied, ob man einem echten, formellen Netzwerk beitritt oder einem Buddy-Club. Ein echtes Netzwerk mit klaren Abläufen, Verantwortlichkeiten und definierten Akteuren ist etwas ganz anderes als eine wenig durchsichtige Freundesclique. Dort kann diese klare Herangehensweise sogar Irritationen hervorrufen. Aber wer diese Serie bis hierher gelesen hat, der weiß, dass ich Transparenz und Handschlagqualität bevorzuge.

Dennoch empfehle ich, diese Fragen nicht als Interview oder Verhör abzuarbeiten, sondern im Rahmen der eigenen Vorstellung beim Präsidenten, Direktor, Moderator zu besprechen. Nimm dir Zeit dafür, denn wie schon im letzten Artikel geschrieben: „Networking ist ein 'People Business'". Die Beziehung, die du im Gespräch aufbaust, ist mindestens so wichtig wie die Gesprächsinhalte selbst.

Nach den 5 Fragen sind es nur 3 Schritte

Wenn du die 5 Fragen besprochen hast, dann gibt es nur mehr drei Schritte, damit du im Team gut ankommst:

Schritt 1: Plane persönliche Gespräche mit den Hauptakteuren des Teams. Weite diese Gespräche nach und nach aus, bis du mit nahezu jedem geredet hast.

Schritt 2: Zeig Engagement beim nächsten Teamprojekt. Egal, ob es eine Weihnachtsfeier, ein Fundraising, eine Messe oder ein Besuchertag ist: Zeig Engagement bei diesen Teamprojekten, denn dort ist die Aufmerksamkeit besonders groß.

Schritt 3: Entwickel dein Team aus Personen dieses Teams und Menschen aus verwandten Gruppen. Begrenze dein Netzwerk bloß nicht auf dein Team. Besuche andere Gruppen und auch andere Netzwerke. Achte bei der Auswahl darauf, Menschen zu finden, die dein Thema von verschiedenen Seiten betrachten. Wenn du durch das Netzwerk zu mehr Medienkontakten kommen willst, wähle die Menschen, die von verschiedenen Seiten mit den Medien reden. Wenn du durch Empfehlungen mehr Kunden haben willst, wähle die Menschen, die ähnliche Kundengruppen mit einem anderen Angebot bedienen.

7 Tricks − 5 Fragen − 3 Schritte und jetzt noch 1 Tipp

Wenn du die 5 Fragen durchgearbeitet hast, mit den 3 Schritten gut unterwegs bist, dann gibt es nur mehr eine Idee im Kopf zu behalten: Gute Netzwerker netzwerken horizontal und vertikal. Horizontal, mit anderen Berufen, die ähnliche Themen/Kunden bearbeiten und vertikal, mit Kollegen aus derselben und aus unmittelbar verwandten Branchen. Die einen liefern Zugänge, die anderen Ideen und Ressourcen.

Und wenn du dich fragst, wo denn die 7 Tricks sind − die sind im letzten Artikel. Einfach hier nachlesen.

Im nächsten Artikel verrate ich dir, warum Casanova ein toller Netzwerker war und warum wir alle denken und handeln sollten wie der berühmte Venezianische Frauenheld.

Über den Autor

Stefan Gössler

Der gelernte Handwerker und studierte Betriebswirt ist begeisterter Netzwerker. Als Autor betreibt er den Podcast „Das Abenteuer Rhetorik“, der mit über eine Mio. Downloads zu den meistgehörten Rhetorikpodcasts im Netz zählt. Seine Hörbücher zählen zu den Must-haves im Vertrieb, als Vollblutunternehmer betreibt Stefan mehrere Firmen, eine davon ist BNI Steiermark, bei der er über mehrere Jahre regelmäßig Auszeichnungen für starkes Wachstum erhielt.